Vertreter der ev-luth Kirche, der röm-kathol Kirche, der Baptisten , der reformierten Kirche, der Herrenhuter Brüdergemeine, der Adventisten und Pastor Manfred Vetter als Vertreter des Mülheimer Verbands(Nordwestbund) trafen sich am 9.2. zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kiel. Im Mittelpunkt der Begegnung stand "das Wort Gottes". Alle Teilnehmer wurden eingeladen, auf großen Papierbögen - durchaus auch mit "spitzer Feder" - zu notieren,was sie für das "Wort-Gottes-Verständnis" der jeweils ANDEREN Konfessionen halten. Interssant, was die anderen bei uns Mülheimer notierten:
-Der Geist gibt das Wort immer neu
-Unfehlbarkeit der Schrift, ohne Irrtum
-An Lebendigkeit interessiert
-Gottes Wort geschieht heute durch Heiligen Geist
-Heilige Schrift + heutige Geist-Offenbarung - wie geht das?
-Spricht Gottes Geist auch außerhalb der Schrift?
-Zungenrede
-Jesus wird stärker betont als Gott
Bewußt sollte jede Konfession erst mal "in eine Schublade gesteckt" werden, damit deutlich wird, wie sie von den anderen im Blick auf ihr Wort-Gottes Verständnis wahrgenommen wird. Anschließend konnte dann der Vertreter der jeweiligen Konfession, die "Inhalte seiner Schublade" kommentieren und ggf. korregieren.
Manfred Vetter zitierte dabei aus dem Selbstverständnis des Mülheimer Verbands:
"a. Die Bibel ist als das Wort Gottes die verbindliche Grundlage für Glauben, Lehre und Leben.
Mit den Unterzeichnern der Lausanner Erklärung bekräftigen wir „die göttliche Inspiration, die gewissmachende Wahrheit und Autorität der alt- und neutestamentlichen Schriften in ihrer Gesamtheit als das einzige geschriebene Wort Gottes. Es ist ohne Irrtum in allem, was es verkündigt, und es ist der einzige unfehlbare Maßstab des Glaubens und Lebens. Wir bekennen zugleich die Macht des Wortes Gottes, seinen Heilsplan zu verwirklichen. Die Botschaft der Bibel ist an die ganze Menschheit gerichtet, denn Gottes Offenbarung in Christus und in der Heiligen Schrift ist unwandelbar. Der Heilige Geist spricht noch heute durch diese Offenbarung. Er erleuchtet den Geist Seines Volkes in allen Kulturen. So erkennen sie Seine Wahrheit immer neu mit ihren eigenen Augen. Der Heilige Geist enthüllt der ganzen Gemeinde mehr und mehr die vielfältige Weisheit Gottes.“ Unsere eigene theologische Arbeit erwächst aus der Freude an diesem geoffenbarten Wort Gottes und möchte der Verantwortung gegenüber Gemeinde und Gesellschaft gerecht werden. In Auslegung und Verkündigung des Wortes Gottes bemühen wir uns dabei, den ganzen Inhalt der Heiligen Schrift darzulegen.
Die theologische Auseinandersetzung mit Christen anderer Konfessionen ist für uns darum eine Verpflichtung, weil auch unser Denken nur „Stückwerk“ ist.
b. Der MV steht zu den theologischen Grundüberzeugungen, die in den drei großen Bekenntnissen der Christenheit (Apostolicum, Nicaeno-Constantinopolitanum, Athanasianum) und in der Erklärung der Evangelischen Allianz von 1970 formuliert sind.
c. In der Entfaltung seiner Theologie orientiert sich der MV an den reformatorischen Grundeinsichten: allein die Schrift, allein die Gnade, allein der Glaube, Christus allein.
vgl. Psalm 19,8-9; 2. Timotheus 3,14-17 "
Hier wird deutlich im Blick auf die Wort-Gottes-Theologie:
- Der Mülheimer Verband ordnet sich bewußt ein in die evangelikal-charismatische- internationale Missionsbewegung von Lausanne - will also bewußt nicht sehr originell sein oder das "Rad neu erfinden"......
-Er beton die Notwendigkeit theologischer Arbeit im interkonfessionellen Kontext, weil "Erkenntnis Stückwerk ist"
- und bezieht sich auf das reformatorische "allein die Schrift".
Insgesamt kam es zu einem hochinteressante, inspirierenden Austausch.
Nebenbei wurde aber auch deutlich, wieviel Halbwissen selbst bei Theologen über die Theologie der anderen Kofessionen vorhanden ist.
Zur ACK in Schleswig-Holstein gehören außer den genannten auch die Heilsarmee, die methodistische Kirche, die Mennonitengemeinde, die Altkatholiken und die serbisch-orthodoxe Pfarrei.
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